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Silvana Denker ist ein bekanntes deutsches Plus Size-Model und Fotografin. Doch aktuell ist sie vor allem eins: Gründerin und Gesicht der Kampagne „BodyLove“ für mehr Körperakzeptanz und Selbstbewusstsein. Sie reist mit ihrer Aktion ehrenamtlich um den Globus: War in Berlin, Paris und New York. Aber was macht das Plus Size-Model überhaupt, dass alle Welt darüber spricht und die internationalen Medien regelmäßig berichten? Wir haben mit Silvana Denker über Bodyshaming, Plus Size und Körperwahrnehmung gesprochen:

 

Silvana, was steckt hinter deiner „Bodylove-Kampagne?

„BodyLove“ ist eine Kampagne für mehr Selbstliebe und Akzeptanz. Sie setzt sich gegen Mobbing und jede Art von Bodyshaming ein. Seit Oktober 2015 fotografiere ich acht Frauen – manchmal auch Männer – gemeinsam mit unterschiedlichen Konfektionsgrößen und Körpermaßen, jeden Alters und mit jeder Hautfarbe in schwarzer Unterwäsche mitten auf der Straße. Jedes Model trägt auf dem Bauch einen Buchstaben des Wortes „BodyLove“ aufgemalt. Wir haben inzwischen schon vor bekannten Gebäuden oder Monumenten wie der Londoner Tower Bridge oder dem Pariser Eiffelturm geshootet.

So ein Fotoshooting in der Öffentlichkeit ist gar nicht so einfach zu händeln.

Das stimmt, aber es geht nicht um das perfekte Foto! Ich benutze bewusst keine Hilfsmittel wie Aufheller oder Blitze. Die Fotos werden nicht retuschiert: Ich bilde die Realität ab – so wie sie ist.

Was hat Dich bewegt, BodyLove zu starten?

Für mich ist es sehr wichtig, ein reales Frauenbild zu vermitteln. Das sehen wir in den Medien meist nicht und so empfinden sich viele Frauen als unattraktiv, zu dick, zu dünn. Mein Ziel ist es, durch die Aktion Menschen auf unterschiedliche Körperformen aufmerksam zu machen und sie zu sensibilisieren, keine Vorurteile aufgrund von Äußerlichkeiten gegen das Gegenüber zu hegen. Es gibt nicht den einen perfekten Körper – es gibt viele verschiedene. Schon länger publiziere ich einen Charity-Kalender „Curveves“ für den ich kurvige Frauen ablichte. Die Idee zu „BodyLove“ kam mir bei einem Aktshooting mit drei Plus Size-Models unter dem Thema „Love your body“. Daraus hat sich eine ganze Fotoserie entwickelt und so kam die Idee zu den öffentlichen Shootings live mit Zuschauern. Die Reaktionen waren sehr positiv. So ging „BodyLove“ von meiner Heimatstadt Siegen aus auf Tour durch Deutschland und Europa –  stets positiv von der internationalen Presse kommentiert.

Wie findest Du Deine Models?

Für jede Stadt, in der ich eine Aktion starte, mache ich ein Casting. Interessierte bewerben sich online schriftlich und mit Foto für eine Teilnahme.

Wer unterstützt und sponsert Dich?

Ich habe das Glück, einen ganz tollen Sponsor gefunden zu haben, der mich seit Anfang 2016 unterstützt, da ich die Reisen einfach nicht mehr aus eigener Tasche finanzieren konnte. Mit dem Plus Size Fashion Retailer „Happy Size“ aus Frankfurt habe ich einen großartigen Partner gefunden, da die Aussage von „BodyLove“ perfekt mit der Firmenphilosophie zusammenpasst. Ich freue mich außerdem sehr darüber, dass die Kampagne trotz aller Unterstützung mein Werk bleibt. Ich bin weiterhin diejenige, die die Models auswählt, alles organisiert und plant, die Fotos schießt. Mir ist besonders wichtig, dass klar ist, dass es eben keine Kampagne einer großen Firma ist, sondern wirklich von einer Privatperson stammt, die das alles macht, weil sie den Kampf mit sich selbst auch hinter sich hat.

Was denkst Du über den „Plus Size“-Trend in den Medien?

Ich hoffe ja, dass es nicht nur ein Trend ist. Ich freue mich über mehr Vielfalt in der Mode und in der Werbung. Und ich hoffe, dass es in Deutschland bald mehr Geschäfte und auch Dessousboutiquen gibt, die hübsche Mode und Wäsche in großen Größen anbieten. Wir hinken den USA leider hinterher

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