Das Jahr 2018 ist nun schon einige Zeit vorüber und ich habe mich lange nicht mehr gemeldet, denke es ist nun wieder an der Zeit zu schreiben.

 

Das letzte Jahr war voller Überraschungen. Positiv sowie negativ…

Mit meinem Mann Max hatte ich einen wunderschönen Urlaub auf den Azoren, wir waren auf 5 Inseln und diese verschiedenen Landschaften waren unglaublich schön! Dann war ich noch mit Freundinnen für 3 Tage in Wien und wir haben sehr viel gelacht und auch gesehen. Mit meiner allerbesten Freundin fuhr ich nach Riga, ins Lettland, was wir uns nicht so dermaßen schön vorgestellt hatten! Wir haben es sehr genossen. Diese Zeit mit meiner Freundin ist immer sehr entspannt und wir reden viel, aber lachen auch viel zusammen. Unsere letzte Reise war nach Rom, doch das liegt nun schon wieder einige Jahre zurück. Aber das größte Highlight war für mich persönlich und auch für meinen Mann, sowie für meine Freundin Sylvia, die mit ihrem Mann dabei war, eine Wanderung für 5 Tage über die Alpen, von Achenkirch nach Sterzing. Da der Max im Sommer als Wanderführer arbeitet, kam er auf die Idee, dass wir das zusammen machen könnten. Ich hatte sehr große Zweifel daran, ob ich das schaffen kann, denn es sind einiges an Höhenmetern zu bewältigen! Beim bergauf Gehen muss ich schon sehr schwer atmen, aber da ich die Berge liebe, habe ich es einfach versucht. Es waren unfassbare Eindrücke, die ich erleben durfte. Den Augenblick, als wir am Gipfel des „Pfitscherjoch‘s“ waren, kann ich kaum beschreiben. Ich stand vor diesem riesigen Gebirge und es kamen vor Freude und Staunen auch Tränen, allerdings Tränen vor Glück! Aber das ging nicht nur mir alleine so. Auch mein Mann und meine Freundin waren sehr gerührt, diesen Moment mit mir erleben zu können. Niemals hätten wir 2016 daran gedacht, so etwas noch erleben zu können! Und als wir am 5. Tag dann unser Ziel Sterzing erreicht haben, war ich mächtig stolz und wahnsinnig glücklich! Ich war 3 Tage nachdem ich wieder daheim war dermaßen unter Adrenalin, dass ich voll fit war und total überdreht, das war ganz eigenartig. Leider hat dieses Gefühl wieder nachgelassen und die „normale“ Müdigkeit kehrte zurück, aber ich werde diese Zeit und diese traumhaften Bilder niemals vergessen!

Wenn ich dann mal wieder einen schlechten Tag habe, mit Traurigkeit und Zweifel, was noch alles auf mich zukommt, versuche ich diese Bilder und Gefühle in Erinnerung zu bringen. Kurz nach der Alpenüberquerung  kam noch der „Muddy Angel Run“ in München, den ich mit meiner Tochter Stefanie mitmachte. Das war ja total verrückt, aber sowas von lustig. Auch wenn man sich im Schlamm gewälzt hat und im dreckigen Wasser tauchen musste und noch viele verrückte Dinge, hatten wir unglaublichen Spaß und es war auch ein unvergesslicher Tag!

Leider hatte ich dann etwa 2 Wochen später starke Schmerzen am rechten Mittelfußknochen. Wie sich dann durch MRT herausstellte, war der 5. Mittelfußknochen gebrochen, sowas wie ein „Ermüdungsbruch“. War natürlich blöd, da der Sommer sehr schön war und ich eine Orthese tragen musste. Aber auch das ging nach 5 Wochen vorbei. Im November, Anfang Dezember hatte ich wieder einmal starke Schmerzen im Brustbein und an der Rippe direkt unter der Brust. Nach einem CT wurde klar, dass es sich um Metastasen handelte. Da ich aber 2008 am Brustbein schon bestrahlt wurde, war es ein hin und her, ob man es nochmal bestrahlen kann. Letztendlich war der Arzt in der Strahlentherapie in München davon überzeugt, dass dies kein Problem sei. Also hatte ich ab 27.12.18 wieder einmal Bestrahlungen. Es war eine zusätzliche Belastung für mich und meinen Körper, ich hatte noch mehr mit Müdigkeit und Erschöpfung zu kämpfen.

Somit ging das Jahr 2018 zwar nicht so schön zu Ende, aber all diese schöne Dinge, die ich erleben durfte, haben mir ganz sicher viel Kraft gegeben! Und auch wenn ich nach Wanderungen oder sonstigen Aktivitäten immer Schmerzmittel nehmen musste, möchte ich all das nicht missen, denn diese tolle und schöne Zeit kann mir keiner mehr nehmen!

Im Moment stehe ich vor einem Problem, das meine Dauertherapie mit dem Medikament „Ibrance“ in Verbindung der Antihormontherapie „Fulvestrant“ betrifft. Denn Wissenschaftler bezweifeln, ob dieses Medikament wirklich einen Vorteil hat. Außer für den Pharmakonzern Pfizer, denn im Jahr kostet die Therapie pro Patientin rund 66.000 Euro. Angeblich wären die Nebenwirkungen stärker als die früheren Medikamente. Als ich meine Onkologin darauf ansprach, meinte sie, dass die Krankenkassen sich querstellen, da es eben sehr teuer ist. Eine Schachtel mit 21 Stück kosten 5.425,89 Euro. Sie meinte, dass jeder Onkologe, den ich fragen würde, von dem Medikament überzeugt ist. Und dass ich nicht darauf verzichten sollte, da die Alternative eine andere Chemotherapie wäre und die Nebenwirkungen dieser natürlich stärker wären.

Nun steht man als Patient da und denkt sich, man ist im falschen Film! Was soll man glauben und was nicht? Ich bin hin und her gerissen, da ich ja wirklich wahnsinnig dankbar dafür bin, dass es mir soweit gut geht, denn ich kenne die andere Seite. Wenn es einem wirklich sehr, sehr schlecht geht und tatsächlich Todesangst hat!  Ich bin unsagbar dankbar, dass die Chemotherapie im Jahr 2016 so gut angeschlagen hat. Aber natürlich möchte ich nicht etwas zu mir nehmen, das vielleicht nicht den Nutzen hat, der versprochen wird. Ich habe mich dazu entschlossen, vorerst eine zusätzliche Pause von 2 Wochen zu machen, um  dann wieder Laborkontrolle, sowie CT Thorax zu machen.

Nach 1 Woche Pause bekam ich wieder starken Husten und die Angst wuchs in mir. Also habe ich wieder mit Ibrance begonnen. Zusätzlich habe ich noch mit dem Krebsinformationsdienst (KID) in Heidelberg telefoniert. Es war sehr interessant und letztendlich gibt es im Moment für mein Krankheitsbild kein anderes Medikament. Aber es laufen jetzt noch weitere Studien, mal sehen, wie es sich entwickelt. Dieser Krebsinformationsdienst ist ein guter Tipp, falls man Fragen bzgl. Therapie oder sonstiges hat.

Wie es nun weitergeht und wie der Muddy Angel Run 2019 mit dem Team von Anita für mich und meine Tochter gelaufen ist, das erzähle ich euch in meinem nächsten Blogbeitrag! 🙂

Bis bald, eure Anna

 

 

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