Die letzten 20 Jahre habe ich im letzten Blogbeitrag in Kurzform zusammengefasst, ansonsten könnte ich wohl ein Buch damit füllen… Aber es ist sowieso sehr schwer, das alles in Worten zu beschreiben, wie man sich fühlt. Ich denke in letzter Zeit sehr viel darüber nach, dass ich eigentlich sehr dankbar sein muss, dass mein Gesundheitszustand soweit wieder stabil ist.

2015 konnte ich ohne Pausen nicht einmal die Marktstraße hoch gehen oder länger spazieren gehen. Das klappt nun wieder, ohne Pausen einlegen zu müssen. Außerdem habe ich mit meinem Mann und unserer Tochter wieder kleine Bergtouren unternommen. Ich dachte ja damals, dass das alles vorbei ist und sah mich schon mit Sauerstoff rumlaufen. Der erste kleine Berg war ein solches Highlight, das kann man sich nicht vorstellen. Das wurde natürlich auch per Foto festgehalten.

Und trotzdem bin ich oft so wütend, dass ich am liebsten nur schreien könnte, da mir so viel Energie genommen wird. Denn durch die Medikamente, die ich nehmen muss, bin ich ständig müde und kaputt, manchmal auch depressiv. Am liebsten würde ich den ganzen Tag nur schlafen. Und eigentlich ist der Sport für mich sehr wichtig und macht mir Spaß, doch nun muss ich mich wirklich oft überwinden, um ins Studio zu gehen oder sogar raus zu gehen. So kenne ich mich nicht und das macht mich traurig und wütend zugleich.

 

Wie meine Kinder mit der Krankheit umgehen…

Natürlich hatte ich damals auch große Angst um unsere Kinder. Sie sind mit der Thematik aufgewachsen, aber was in ihren Köpfen vor sich ging, wie groß ihre Angst um mich ist, all das konnte ich nur erahnen, denn darüber gesprochen haben sie nicht. Umso mehr bin sehr stolz auf unsere Kinder, wie sie ihren Weg gemeistert haben, ohne Drogen oder Alkohol oder sonstigem. Denn gerade in der Pubertät ist es extrem schwierig, wenn man immer wieder mit solchen Problemen konfrontiert wird. Ich konnte ihnen nur meine Liebe geben und versuchen, durch Gespräche zu helfen, wenn sie das wollten.

Mit Michi, unserem Sohn, kann ich mich sehr gut unterhalten, er ist ein sehr offener Mensch, der auf jeden zugehen kann und der auch über seine Probleme mit mir spricht. Und die Stefanie, unsere Tochter, zeigt es mir durch sehr, sehr liebe Gesten, wie z.B. das Tattoo „hope“, in dem die Brustkrebsschleife integriert ist. Das hat mich wahnsinnig berührt! Und indem sie mir einfach mal eine Rose schickt oder mit mir zusammen an dem Muddy Angel Run teilnimmt. Die Idee kam von ihr, ich wusste gar nicht, dass es das gibt. Durch diese Gesten und Gespräche weiß ich, dass trotz dieser schwierigen Jahre, oder auch vielleicht gerade deswegen, wir immer mehr zusammen wachsen. Jeder hat seine eigene Art, damit umzugehen und ich finde es wunderbar, dass unsere Familie so ist wie sie ist!

 

Die Angst begleitet einen ein Leben lang.

Am 15.01.18 hatte ich wieder ein CT von Thorax, Abdomen und Becken. Die Tage vorher war ich schon so furchtbar nervös, dass ich völlig kaputt war und meine Nerven waren blank. Diese Angst immer wieder, was wohl dabei raus kommt, macht mich fertig. Aber man muss einfach durch und der Befund war diesmal nicht schlecht. Denn die Lebermetastasen sind rückläufig und an der Lunge wurde auch nichts Neues festgestellt! Die Metastasen in den Wirbeln, sowie in Becken und Kreuzbein müssen momentan noch nicht behandelt werden. Das waren seit langem mal wieder gute Nachrichten und das werden wir gemeinsam mit den Kindern feiern.

Bis bald, eure Anna

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