Alex von 2 Frauen, 2 Brüste erzählt ihre Geschichte

Brüste sind ein Thema mit dem ich mich nie sonderlich auseinander gesetzt habe. OK, ich dachte immer, dass meine Brüste klein sind, aber dann war der Gedanke auch schon vorbei. Das änderte sich schlagartig mit der ersten Schwangerschaft und so kam ich das erste Mal mit den BHs von Anita in Kontakt – einem Still-BH. Das Must-Have in der Maternity Community. Ich habe ihn geliebt, denn er war so bequem und da ich nun auch die Tücken einer größeren Brust kennen lernte, hatte ich hier einen guten Partner, der mir Halt und Komfort gab.

Nahtlos trug ich diese Modelle nun zwischen 2014 und 2017, denn stillend wurde ich mit dem zweiten Kind schwanger. So sehr ich es genoss, freute ich mich auch schon wieder auf einen normalen BH, Normalität insgesamt und eine gewisse Unabhängigkeit, aber alles kam anders.

Eine Woche nachdem ich endgültig abgestillt hatte, fühlte ich einen Knoten in der Brust und bekam in der gleichen Woche die Diagnose Brustkrebs. Eine Woche später folgte die erste OP und ab da wurde der normale BH erstmal wieder verstaut und es mussten enge Sport Bustiers getragen werden.

Ich war 43 und sollte eigentlich eine weitere Woche später wieder in den Job einsteigen. Stattdessen machte ich an diesem Tag meine erste Chemo. Es folgten noch 15 weitere Chemos, eine größere Brust OP, 28 Bestrahlungen und fünf Monate Chemo Tabletten. Nachzulesen ist mein Weg auf www.kick-cancer-chick.com beziehungsweise auf den sozialen Medien.

 

Nach der größeren OP in der der Resttumor und die Tumorbetten (also das Gewebe um die Tumore) entfernt worden waren, drohte das Verhältnis zu meinen Brüsten zu kippen, weil sie nicht heilen wollten und in diesem schlecht verheilten Zustand dann die Bestrahlung begann. Praktische Nebenwirkung der OP – die Brust ist erstmal mehrere Monate (ich glaube es war sogar mehr als ein Jahr) taub und so konnte ich die endlosen Punktionen um verbleibende Hämatome zu reduzieren.

In meiner Brust war gefühlt alles vernarbt, denn es wurde ja einiges an Brustdrüsengewebe entfernt und so war ich Monate lang bei einer Physiotherapeutin um die Narben weich zu kneten. Auch hier war ich für die Taubheit der Brust so dankbar, denn mit dem rückkehrenden Empfinden in der Brust merkte ich auch wie unangenehm die Behandlungen sein konnten. Eine letzte Brust OP steht noch aus, denn meine Narben sind leider nicht richtig zusammen gewachsen und ich habe immer noch ein Hämatom in der Brust.

Ich glaube es war sicher ein Jahr, dass ich diese Sport Bustiers tragen musste. Der Gedanke an einen normalen Büstenhalter lies mich zusammenzucken, da die Brust sehr empfindlich war. Das war jetzt wirklich nicht mein Problem, aber rückblickend verband ich etwas mit normalen BHs und zwar alles das, was ich gerade nicht hatte. Und so war es etwas ganz besonderes dieses Jahr zu ersten Mal wieder einen normalen BH zu tragen.

Was vorher nur ein BH war, bedeutete plötzlich Normalität und irrsinniger Weise auch Freiheit!

Ja, ich wurde brusterhaltend operiert, dennoch sind BHs jetzt ein anderes Thema als vorher, weil sie perfekt sitzen müssen eben weil gerade meine operierte Brust sehr empfindlich ist – auch drei Jahre nach der Diagnose. Und so verbündeten wir uns wieder, ANITA und ich, denn genau dafür steht die Firma, die BHs für alle Typen, Größen und Formen herstellt.  Auch meine kleine empfindliche Brust bekommt nun im pinken Sport-BH den nötigen Halt ohne Zwicken, Kneifen oder Rückenschmerzen. Die Träger sind super weich, das Innenmaterial und das Band unter der Brust sind mit Frottee gefüttert und das Material atmet. The perfect match! Ja, es erinnert mich nicht an die Zeit der Sport Bustiers, sondern das leuchtende Pink hebt meine Laune! Der BH ist auch ein Aktionsartikel der Charity-Aktion „Stronger Together“ bei der es um Brustkrebsaufklärung geht.

Und so gibt es noch eine Verbindung, denn wir beide – das Unternehmen aus Brannenburg und ich – haben ein Herzensthema: die Brustkrebsaufklärung. So kam es zur Kooperation mit ANITA, denn dieses herzliche Familienunternehmen aus Bayern, lud uns ein und spätestens ab da war es um uns geschehen – irgendwie gehörten wir direkt dazu. Nochmal perfect match!

Ich habe lange nachgedacht was das Thema Brustkrebs für mich und meine Brüste bedeutet und ob ich ein Thema mit meinen Brüsten habe und ich muss ganz klar sagen, dass ich das nicht habe. Oft stehen Fragen im Raum wie “willst Du Dir die Brüste nicht sicherheitshalber entfernen lassen”? Nein, denn in meinem Fall würde es gar keinen Sinn machen. Ich bin kein Träger eines mutierten Gens wie Angelina Jolie und auch denke auch nicht dass “meine Brüste mich umbringen wollten”, aber da findet jeder seinen eigenen Umgang mit dieser Krankheit und mit den Umständen. Jeder Krebs ist anders und jeder Patient ist es auch und das ist sehr wichtig, denn was einem hilft, kann den gegenteiligen Effekt bei dem nächsten haben.

Ich hatte einen Tumor in der Brust – nein, es waren sogar zwei, denn ein kleiner hatte sich am Tag vor der OP noch dazugesellt – aber zum einen verbuche ich es unter der Kategorie ‘Pech gehabt’ und zum anderen waren da einzelne Zellen, die mutiert sind und sich in meiner Brust unkontrolliert ausgebreitet haben. Mein Verhältnis zu meiner Brust ist dadurch nicht in Mitleidenschaft gezogen worden, denn die konnte ja am wenigsten dafür 😉

Was ich regelmäßig mache seit der Krebserkrankung – ich taste mir die Brüste ab. Und wenn ich daran denke, haben meine Brüste und ich sogar ein besseres Verhältnis als früher, denn ich habe mir nie die Brüste abgetastet und hatte auch Hemmungen es zu tun. Wusste ich doch gar nicht nach was ich da genau suchen sollte und – huch – was wäre gewesen, wenn ich etwas gefunden hätte?

Heute ermuntere ich genau aus diesem Grund die Frauen dazu sich abzutasten, denn Weggucken schützt ja nun leider auch nicht vor Brustkrebs. Zumindest bei mir ist diese Strategie nicht aufgegangen und es hätte mir das Leben kosten können, denn ich habe den aggressiven Tumor nur zufällig beim Duschen entdeckt und da war Zeit ein sehr kritischer Faktor.

Einmal im Monat taste ich mir jetzt die Brüste ab – von den Schlüsselbeinen bis unter die Achseln. Ich kreise mit drei Fingern über diesen ganzen Bereich und mittlerweile kenne ich die Dinge, die mir erstmal komisch vorkamen… Rippen zum Beispiel. Durch die Regelmäßigkeit lernt man seine Brust kennen und so fallen Veränderungen eher auf.

Wie fühlt sich denn ein Tumor an? Nun, bei mir war der eine so groß und hart wie eine Kastanie, der an der äußeren Seite der linken Brust saß und der zweite, erbsengroße Knubbel an der Mamille, der fühlte sich an wie ein Kieselstein. Ich hatte das Glück, dass beide Tumore außen lagen, aber sie können auch tief in der Brust sein (gut, hier ein Vorteil einer kleinen Brust – man tastet es eigentlich ganz gut von allen Seiten und tief liegend ist da sehr relativ). Nichtsdestotrotz ist es zu empfehlen sich auf dem Rücken liegend auch nochmal abzutasten und zu guter Letzt sollte man sich die Brüste einmal anschauen und nach äußerlichen Veränderungen schauen.

Ja, meine Diagnose ist jetzt drei Jahre her und trotzdem bin ich nicht ‘durch’ mit dem Thema. Ich habe vor dem Wiedereinstieg in den Job, meine Idee zu einem Podcast verwirklicht – zusammen mit meiner Busenfreundin Paula erzählen wir unter dem Namen “2 Frauen, 2 Brüste” über verschiedene Themen aus dem Leben mit und nach Brustkrebs. Ich möchte das Tabu um das Thema brechen, denn es gehört zum alltäglichen Gesellschaftsleben dazu – erhält doch jeder zweite Mensch im Laufe seines Lebens eine Krebsdiagnose. Hören kann man uns überall wo es Podcasts gibt oder über den folgenden Link: https://2frauen2brueste.podigee.io/

Übrigens ist eines meiner absoluten Lieblingsprodukte bei ANITA eine Leggings mit Noppen die sport tights massage– ich wusste ja gar nicht, dass ANITA außer Wäsche, Prothesen, Bademoden und Sport BHs auch Sportkleidung herstellt und ganz ehrlich, ich trage sie nicht nur zum Sport, sondern gerne auch mal gemütlich auf dem Sofa – egal ob in Schlangenoptik oder als Maternity Variante in schwarz – und ganz ehrlich – die kann man auch super stylisch im Alltag tragen.

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