Die häufigste Krebserkrankung bei Frauen ist Brustkrebs. Bei einer Krankheit, die uns oder unsere Liebsten so schnell betreffen kann, ist Vorsorge und Aufklärung besonders wichtig. Während Brustkrebs noch in den Neunzigern als Tabuthema galt und viele Frauen sich nicht trauten, über das Thema zu sprechen, gewann es mit der Zeit mehr und mehr Aufmerksamkeit.

Betroffene Prominente wie die Sängerinnen Anastacia und Kylie Minogue, Schauspielerin Christina Applegate oder Model und Moderatorin Sylvie Meis sind nur einige Stars, die mit ihrer Erkrankung an die Öffentlichkeit gegangen sind. Dadurch ermutigten sie Frauen, auf sich und ihren Körper zu achten, und rechtzeitig Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch zu nehmen. Vielleicht war auch dies ein Grund dafür, dass die Todeszahlen, die Anfang der Neunziger ihren Höhepunkt erreichten, in den Zweitausendern abnahmen.

In einigen Ländern ist Brustkrebs noch immer ein Tabu

Doch nicht überall gehen die Menschen so offen mit der Krankheit um wie in Deutschland. Vor allem in den islamisch geprägten Ländern wie etwa Pakistan oder Ägypten ist Brustkrebs eine Erkrankung, die nahezu verschwiegen wird. Frauen, die einen Knoten ertasten, schämen sich und gehen nicht zum Arzt – oder wissen schlichtweg nichts über die Krankheit und mögliche Behandlungsmethoden. Selbst die Untersuchung beim Fachmann stellt sich als schwierig heraus, denn es gilt als verpönt, wenn sich ein Arzt die Brust einer Frau ansieht. Die Brust wird mit dem Thema Sexualität in Zusammenhang gestellt, so dass allein das Wort „Brust“ nicht über die Lippen vieler Menschen kommt. Neben der fehlenden Aufklärung, mangelt es häufig auch an Geld, um etwa eine Operation oder Medikamente zu bezahlen.

Aufklärungskampagnen und –aktionen sollen helfen

Immer mehr Organisationen möchten diese Regionen unterstützen und setzen sich für eine bessere Information der Bevölkerung ein. So fanden etwa in Ägypten so genannte Pink Partys statt, bei denen sich Frauen treffen und etwa zusammen Zumba machen konnten. Gleichzeitig hatten sie hier die Möglichkeit, sich über das Thema Brustkrebs zu informieren und mit erkrankten Patientinnen auszutauschen. Im Libanon veröffentlichte die bekannte Sängerin Elissa ein Musikvideo, das von ihrer Krebserkrankung handelte und sie unter anderem in einem Krankenhaus zeigt – ein Tabubruch für die arabische Welt, in der der Krebs normalerweise nicht einmal beim Namen genannt wird. Im Irak veranstaltete das Hilfswerk Malteser International einen Informationsabend für rund 50 Frauen, von denen einige zuvor noch nie etwas von Brustkrebs gehört hatten. Auch Anita engagiert sich für die Früherkennung von  Brustkrebs und unterstützt z.B. die „Health Days“ in Bosnien-Herzegovina mit einer Spende von 1 Euro pro verkauftem Aktionsartikel und verdoppelt die Summe am Schluss. So werden kostenfreie Mammographien zu Burstkrebsfrüherkennung in Bosnien-Herzegovina ermöglicht.

Frauen sollen für das Thema Brustkrebs sensibilisiert werden

Auch wenn unsere westliche Welt weitaus offener mit Brustkrebs umgeht, gibt es hier noch immer Frauen, die noch nie bei einer Vorsorgeuntersuchung waren. Und so werden immer wieder Kampagnen ins Leben gerufen, die die Krankheit ins Gedächtnis rufen sollen. Vor allem im Oktober finden jährlich viele Aktionen statt, denn der Monat gilt weltweit als der Brustkrebsmonat. Dies geht auf eine Initiative der American Cancer Society aus dem Jahr 1985 zurück. Wenige Jahre später etablierte sich dann das Pink Ribbon, also die pinkfarbene Schleife, als Erkennungszeichen rund um das Thema Brustkrebs.

2016 lackierte die US-Navy einen Kampfjet in auffälligem Pink. Und mit dem Flugzeug „Pink Plane“ der Fluggesellschaft Delta Airlines sollen Spenden gesammelt werden, die der Brustkrebsforschung zu Gute kommen. Estée Lauder Companies setzt sich seit fast 30 Jahren für die Brustkrebs-Aufklärung ein und ließ 2019 unter anderem den Eiffelturm in Paris und das Empire State Building in New York im typischen Rosa erstrahlen. Pink Ribbon Deutschland engagiert sich hierzulande und möchte jede Frau anregen, sich untersuchen zu lassen. Das Team veranstaltet regelmäßig Events wie Radtouren oder klärt auf, wie wir unsere Brust richtig abtasten sollten.

Zudem stellte Pink Ribbon zusammen mit Star-Fotograf Rankin eine Kampagne auf die Beine, bei der sich fünf Frauen, bei denen Brustkrebs diagnostiziert wurde, selbstbewusst ablichten ließen. Dabei machen sie nicht nur auf die Erkrankung aufmerksam, sondern wollen zudem beweisen, dass jede Frau schön und weiblich ist. Und jede Frau sollte zudem auf ihren Körper und dessen Signale achten, um dem Brustkrebs so früh wie möglich zu erkennen und so die Heilungschancen zu stärken.

 

Quellen:

https://www.euro.who.int/de/health-topics/noncommunicable-diseases/cancer/news/news/2012/2/early-detection-of-common-cancers/breast-cancer

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/97838/Weltweite-Zahl-der-Krebsdiagnosen-steigt

https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4906730

https://cordis.europa.eu/article/id/31977-scientists-discover-wide-variations-in-breast-cancer-treatment/de

https://www.deutschlandfunkkultur.de/libanesischer-popstar-elissa-song-ueber-brustkrebs-bricht.2177.de.html?dram:article_id=426041

https://www.brca-netzwerk.de/familiaere-krebserkrankungen/brustkrebs/

https://www.die-wertvollen-momente.de/blog/brustkrebs/prominente-mit-brustkrebs/

https://www.deutschlandfunkkultur.de/brustkrebs-in-aegypten-die-haessliche-krankheit.979.de.html?dram:article_id=347750

https://www.welt.de/gesundheit/article124066566/Muehsamer-Kampf-gegen-Brustkrebs-in-Pakistan.html

https://www.pinkribbon-deutschland.de

https://www.businesswire.com/news/home/20191001006189/de/

https://www.medinside.ch/de/post/brustkrebs-navy-pink-oktober

https://www.malteser-international.org/de/hilfe-weltweit/naher-osten/irak/brustkrebsvorsorge-aufklaerung-fuer-jesidische-frauen-im-irak.html

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