Johanna Ahrens - Grüße aus dem Land der Freiheit und der unbegrenzten Möglichkeiten

Hallo zusammen,
viele Grüße aus dem Land der Freiheit und der unbegrenzten Möglichkeiten. Spaß beiseite: Trotz der aktuell umstrittenen geopolitischen Lage bin ich nach Texas geflogen. Und obwohl ich mit einem Touristenvisum eingereist bin, ist es schlussendlich ja doch ein Business-Trip :).
Nachdem ich Euch ganz stolz erzählt habe, dass ich zum Ende des letzten Jahres mein Angestelltenverhältnis gekündigt habe, ist es mal wieder an der Zeit, die letzten Monate Revue passieren zu lassen. Vorab, bisher war es für mich die beste Entscheidung, die ich hätte treffen können.
Im Januar war ich für drei Wochen im Trainingslager auf Fuerteventura. Das erste Mal seit langem, ohne akribisch Urlaubstage zählen zu müssen, wie wir das alle bestens kennen, im Vorfeld möglichst viele Überstunden ansammeln und anschließend die fehlenden Stunden wieder irgendwie aufholen.
Aber nicht nur das: Das Training lief gut, die Gesellschaft mit anderen Athletinnen und Athleten war mal wieder grandios und die Zeit verging wie im Flug.
Wieder daheim hat mich der Alltag eingeholt. Ich habe ein paar Wochen gebraucht, um mich an eine neue Routine zu gewöhnen. Eine Routine, welche mich die vielen verschiedenen Trainingseinheiten in meinen Alltag strukturieren lässt. Denn was ich im Vorfeld nicht bedacht hatte, mein Trainer wusste, dass ich montags und donnerstags nicht mehr im Büro verbringe. Und schon hat er sich in meiner Trainingsgestaltung so richtig ausgetobt.
Am Montag starte ich mit seitdem mit einem „double run day“ - mit einer Laufeinheit morgens, einer Schwimmeinheit mittags und einer weiteren Laufeinheit abends - in die Woche. Dasselbe Spiel am Freitag auf dem Fahrrad (Rad–Schwimmen–Rad). Die anderen „normalen“ Trainingstage wurden zu Tagen, an denen ich nun auch drei- oder viermal unter die Dusche hüpfen darf. Aber auch daran habe ich mich inzwischen gewöhnt und es macht mir richtig Spaß. Dazu trägt das Frühlingswetter natürlich auch bei, denn anstelle die Trainingsstunden indoor zu verbringen, können die Einheiten nun bereits draußen absolviert werden. Endlich habe ich auch mehr Zeit, mich sowohl körperlich als auch mental gut auf die einzelnen Einheiten vorzubereiten. Dazu kommt, dass ich mich auch mit anderen Themen rund um den Sport beschäftigen kann, denn es gibt noch einiges zu lernen, von Ernährung, Wissen um den Körper und Geist und natürlich die technische Expertise über all das Equipment. So hatte ich nach meinem Trainingslager im Januar einige Dinge zu erledigen: Sponsorentermine, neues Equipment für das Jahr abstimmen, mein Zeitfahrrad umbauen, Tests machen und so weiter. Langweilig wurde es auf jeden Fall nicht.
Mitte März ging es dann auf die Radrennbahn in Augsburg, um an meiner Radposition zu feilen und neue Radteile zu testen. Just in time, denn fünf Tage später ging es bereits ins finale Vorbereitungs-Trainingslager nach Mallorca. Nochmal vollständig auf das Training fokussieren, ein bisschen besseres Wetter als zu Hause genießen und die Alltagsthemen hintenanstellen.
Nach 10 Tagen Trainingslager, war ich pünktlich zu Ostern für einen kurzen Zwischenstopp wieder in München. Auspacken, umpacken, ein paar letzte Besorgungen machen, Physiotermine wahrnehmen und Koffer packen für das erste Saisonhighlight: Ironman Texas am 18. April. Vor knapp einer Woche bin ich in „The Woodlands“ (Nahe Houston) nach Texas zum ersten Rennen geflogen. Kommenden Samstag geht es hier rund – das Starterfeld ist überwältigend: Von den Top 8 der WM sind fünf Frauen am Start – und auch der Rest kann sich sehen lassen.Natürlich würde ich mir am liebsten gleich am Samstag die WM-Qualifikation für Hawaii holen, was aufgrund des Starterfeldes schwierig werden könnte, aber nichts ist unmöglich. Ein Ironman ist lange, daher mal sehen, was der Tag mit sich bringt. Auch wenn in meiner Vorbereitung nicht immer alles rund lief (Sturz auf Malle, Probleme mit meiner Peronealsehne am Fuß), bin ich gerade so fit wie nie. Die letzten Monate Training machen sich bemerkbar und ich freue mich sehr, am Samstag alles zu geben.
Das Rennen wird zum einen im Liveticker von IRONMAN übertragen, außerdem gibt es auf YouTube wieder einen Livestream. Da wir allerdings auch ein großes und stark besetztes Männerfeld am Start haben, kann es gut sein, dass IRONMAN den Frauen leider nicht so viel Beachtung schenken wird. Ich hoffe trotzdem, dass das Rennen einigermaßen gut zu verfolgen sein wird. Ich freue mich, wenn ihr am Samstag mit mir mitfiebert – We are ready to roll!
Servus aus „The Lone Star State” Texas und bis bald,
Johanna
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