Johanna Ahrens - wichtige Entscheidungen und Veränderungen

Hallo Zusammen,
ich hatte schon lange vor, zum Saisonabschluss ein Update zu schreiben, habe es in den letzten Wochen jedoch immer weiter vor mir hergeschoben.
Jan Frodeno hat es in seinem Newsletter ganz gut beschrieben. “We spend 55 days a year procrastinating. That's nearly two months of our lives dedicated to the fine art of not doing the thing we know we should be doing. And here's the kicker: the more important the task, the more likely we are to delay it. Which explains why I can knock out a brutal threshold session at 6 am but somehow can't start writing about why I can't start writing.”
Das scheint im Moment sehr gut auf mich zu zutreffen - und vielleicht liegt darin der Grund warum ihr auf diese Zeilen so lange warten musstet. Das Training ist für mich eine alltägliche Gewohnheit; das Schreiben und Erzählen darüber, was in den letzten Wochen in meinem Leben passiert ist, hat dagegen keine richtige Routine gefunden. Immerhin fällt es mir inzwischen deutlich leichter, als damals, als ich das erste Mal etwas für euch geschrieben habe, und macht mir mittlerweile auch viel Freude. Denn sowohl ihr - als meine Partner, Unterstützer und Sponsoren - als auch meine Familie, mein engstes Umfeld und alle, die dies hier lesen und mich somit auf meinem Weg begleiten, habt mich an den Punkt gebracht, an dem ich heute stehe.
Ich freue mich ganz besonders, dass ich mich mit eurer Unterstützung und eurem Vertrauen getraut habe (manche würden sagen „endlich“) meinen Job im Ingenieurbüro zu kündigen, sodass ich mich ab dem neuen Jahr 2026 voll auf den Sport, meine persönliche Entwicklung und meinen weiteren Weg fokussieren kann.
Anfangs war mein Gedanke: Ich brauche mehr Zeit. Mehr Zeit für das Training, für Trainings- und Wettkampfreisen sowie für alles Weitere, was das Leben als Triathletin so mit sich bringt. Ob das nun die Kommunikation mit meinen Sponsoren und Partnern ist, der wöchentliche Besuch bei meinem Physiotherapeuten oder die bislang immer etwas zu kurz gekommene Regenerationszeit zwischen den Trainingseinheiten. Ich will nicht länger alles immer wieder auf die lange Bank schieben, für nichts dieser Dinge so richtig Zeit und Energie haben, da der nächste Programmpunkt schon wieder wartet.
Neben dem zeitlichen Aspekt spielt für mich vor allem der Wunsch, meinen eigenen Weg zu gehen eine große Rolle. Durch mein sportlich geprägtes Leben habe ich früh gelernt, was es heißt eigenverantwortlich und selbstbestimmt zu handeln. Ich habe in den letzten Jahren immer deutlicher gespürt, wie wichtig für mich die Entscheidungsfreiheit, meine persönliche Entwicklung und mein eigener Gestaltungsspielraum geworden sind. Zwar hatte ich in meinem Job als Ingenieurin im Brandschutz immer viele Freiheiten und Möglichkeiten, doch die Eigenständigkeit im Sport hat mich immer mehr gefordert - und genau das auch gereizt. Die Zeit im Ingenieurbüro war spannend, herausfordernd und äußerst lehrreich, und ich sehr dankbar für meinen eingeschlagenen Weg. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an alle, die mich dabei unterstützt und mir diese Entwicklung ermöglicht haben – ohne meinen Job und die dort gesammelten Erfahrungen würde ich heute nicht hier stehen.
Gleichzeitig ist nun der Moment gekommen etwas zu verändern. Sicherlich ist es für mich eine große Herausforderung, mir weiterhin so selbstbestimmt meine sportliche Karriere aufzubauen, meine Ziele zu verfolgen und nicht zuletzt meine eigene Struktur im Alltag zu gestalten. Auch wenn das bestimmt nicht immer einfach wird, freue ich mich riesig auf das was kommt: die vielen Möglichkeiten, die hinter jeder Ecke liegen, die Ideen, die sich immer mehr in meinem Kopf breitmachen, und dazu der Wille nächstes Jahr sportlich abzuliefern. Vielleicht gibt es ja auch weiterhin das ein oder andere Projekt im Brandschutz.
Genug dazu - jetzt noch ein kurzer Abriss zu meinen sportlichen Aktivitäten der letzten und kommenden Monate: Nach meinem Saisonabschluss Ende September beim Challenge Sanremo in Italien (Platz 10) ging es direkt in vier Wochen Offseason, davon für zwei Wochen in den Urlaub (ja – wirklich Urlaub ohne Training, abgesehen von ein bisschen Schwimmen im Meer). Seit Mitte Oktober bin ich wieder im Training für die neue Saison. Anfangs war es wirklich zäh und es wundert mich jedes Mal wieder, wie viel Fitness man innerhalb von vier Wochen verlieren kann. Aber sei‘s drum, so schnell, wie sie geht, kommt sie auch wieder zurück. Zum Glück!
Außerdem habe ich mir schon ein paar Gedanken zur kommenden Saison gemacht – bis Mitte Januar heißt es durchhalten und überwiegend daheim in München trainieren, dann fliege ich ins Trainingslager nach Fuerteventura. Und weil ja bekanntlich nach der Saison vor der nächsten Saison ist, geht es auch dieses Jahr wieder früh los. Geplant ist mein Start am 18. April in Houston, Texas bei den IRONMAN North American Championship. Ich kann euch sagen, ich freue mich jetzt schon riesig auf alles, was vor mir liegt. Spannend wird’s auf jeden Fall.
Viele Grüße aus München von Eurer Lieblings-Triathletin
Johanna
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